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descriptionVerschiedenes Gemüse
Ernährungsbedingte Krankheiten nehmen zu. Wer sich dagegen gesund ernährt, schafft die beste Voraussetzung für ein gesundes, langes Leben.
descriptionApfel
Vitalstoffe kommen in der Nahrung meist nur in winzigen Mengen vor. Im Zusammenspiel fördern sie jedoch die Gesundheit optimal.
descriptionSalzstreuer
Nicht alles, was in Lebensmitteln steckt, tut dem Körper gut. Acrylamid, Pestizide, Fette, zu viel Salz sind Problemstoffe. Es gilt: „Die Menge macht das Gift.“
descriptionMessung des Bauchumfangs
Problemzonen Bauch, Po und Oberschenkel – wer überflüssige Pfunde für immer loswerden möchte, muss die Ernährung langfristig umstellen.
descriptionApfel schälen
Viele Menschen kämpfen ihr Leben lang gegen die vielen Verlockungen aus der Küche. Im Alter kann sich das umkehren – Nährstoffmangel wird zum Problem.
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Qualität auf dem Seniorenteller

Im Alter tauchen oft Ernährungsprobleme auf, die Jüngeren meist unbekannt sind: Chronische Krankheiten erfordern spezielle Diäten, Medikamente schlagen auf den Magen oder das Kauen fällt schwer, weil die Zahnprothese nicht gut sitzt. Viele Senioren müssen darauf achten, genug zu essen und zu trinken, um alle wichtigen Nährstoffe zu bekommen.

Im Überblick



Im Alter wird die Ernährung mangelhaft

Essen ist eine Grundlage für körperliches Wohlbefinden und Lebensqualität. Außerdem hat die Ernährung natürlich großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Daneben ist die soziale Komponente von Bedeutung: das Einkaufen, die Zubereitung und das Essen selbst, das einen guten Anlass für Geselligkeit und Tischgespräche bietet.

Für Senioren ist der soziale Aspekt von Essen oft sehr eingeschränkt, weil viele allein leben, oder sie sind auf eine Gemeinschaftsverpflegung, z.B. in einem Seniorenstift oder einem Pflegeheim, angewiesen. Leider werden in Großküchen häufig die gesundheitlichen Aspekte der Ernährung vernachlässigt. Dies trifft auch heute noch auf viele Großküchen zu, die in Heimen, in Kliniken oder für „Essen auf Rädern“ tätig sind.

Senioren sind besonders von eingefahrenen Gewohnheiten bei der Ernährung geprägt. Wenn der Arzt eine Umstellung empfiehlt, sollte er deshalb die individuellen Ernährungsgewohnheiten kennen. Am besten besprechen Arzt und Patient die Verhaltensänderungen gemeinsam.
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Weniger Kalorien, aber viele Nährstoffe

Schon ab dem dreißigsten Lebensjahr nimmt der Energieverbrauch des Körpers immer weiter ab, der Bedarf an Kalorien sinkt. Dies ist eine Folge eines geringeren Grundumsatzes, abnehmender Muskelmasse und geringerer körperlicher Aktivität.

Der Bedarf an Kalorien wird bis zum Alter von 33 Jahren mit 100 % angesetzt. Der Bedarf sinkt dann in der Altersgruppe
  • von 33 bis 55 Jahren um 10 %
  • von 55 bis 75 Jahren um weitere 15 %
  • ab 75 Jahren um weitere 10 %.
Es gibt Hinweise, dass eine eingeschränkte Kalorienzufuhr chronische Krankheiten günstig beeinflussen kann. Allerdings darf nicht vergessen werden: Lebenswichtige Nährstoffe in ausreichendem Maße sind auch im Alter notwendig.

Auch äußere Faktoren beeinflussen den Ernährungszustand älterer Menschen, z.B. eine angespannte finanzielle Situation. Das heißt: Wer wenig Geld zur Verfügung hat, neigt dazu, beim Essen zu sparen und zu billigen Produkten zu greifen, die aber nicht immer viele Nährstoffe enthalten.

Beispiele für körperliche Veränderungen, die das Ernährungsverhalten beeinflussen können, sind:
  • Durst, Appetit, Hunger und die Fähigkeit, Geschmack zu empfinden, können nachlassen.
  • Probleme mit den Zähnen oder der Prothese können zu Schwierigkeiten beim Kauen und zu einer einseitigen Auswahl der Speisen führen.
  • Gebrechlichkeit und Behinderung können zu Schwierigkeiten beim Einkaufen und Kochen führen. Die Tätigkeit der Verdauungsorgane lässt nach, was zu Verstopfung führen kann.
  • Akute oder chronische Krankheiten erfordern Änderungen bei der Ernährung.
  • Depressionen, Gedächtnisschwäche und Demenz können die Nahrungsaufnahme negativ beeinflussen.

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Fehlernährung auf Kosten der Gesundheit

Im hohen und sehr hohen Lebensalter tritt Übergewicht selten auf. Sehr viel häufiger sind Untergewicht und Mangelernährung zu beobachten. Mangelernährung, also die zu geringe Aufnahme lebensnotwendiger Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe, ist allerdings sowohl bei Übergewicht als auch bei Untergewicht zu beobachten.
Ursachen der Mangelernährung:
  • fehlender Appetit
  • Einschränkungen beim Kauen oder Schlucken
  • Krankheiten
  • soziale Isolation.
Eine Mangelernährung kann innerhalb kurzer Zeit entstehen. Es ist deshalb wichtig, auch bei kurzen Erkrankungen oder in anderen Ausnahmesituationen vom ersten Tag an auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausgewogene Ernährung zu achten. Bei einer Unter- und Fehlernährung kann es zu einem Mangel an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen sowie zu gefährlichem Flüssigkeitsmangel kommen.
Zeichen für eine Unter- und Fehlernährung können sein:
  • allgemeine Schwäche mit der Gefahr zu stürzen
  • erhöhte Anfälligkeit für Infekte
  • Verwirrtheitszustände
  • Verstopfung
  • schlechte Wundheilung
  • extrem trockene Haut.

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Reichlich trinken hält fit

Mit zunehmendem Alter lässt häufig das Durstgefühl nach. Das führt dazu, dass ältere Menschen oft zu wenig trinken. Diese latente Dehydrierung beeinträchtigt die reibungslose Funktion des gesamten Organismus. Im Extremfall besteht die Gefahr, regelrecht auszutrocknen mit lebensbedrohlichen gesundheitlichen Problemen.

Symptome eines Wassermangels können sein:
  • allgemeine Schwäche
  • Lethargie (Teilnahmslosigkeit, Interesselosigkeit)
  • Verwirrtheit
  • Gewichtsverlust
  • trockene Zunge, Schleimhäute und Haut
  • Krampfanfälle
  • niedriger Blutdruck
Unabhängig vom Durstgefühl braucht der Körper auch im Alter 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag. Sie müssen also dafür Sorge tragen, diese Menge über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Das erreichen Sie am ehesten, wenn Sie sich morgens zwei Liter Flüssigkeit auf den Tisch stellen, z. B. Mineralwasser, Thermoskanne mit Tee. So haben Sie eine einfache Kontrolle darüber, wie viel Sie innerhalb eines Tages getrunken haben. Sie werden sehen: Sie gewöhnen sich schnell an die regelmäßige Flüssigkeitsaufnahme. Auch über Nahrungsmittel, die reich an Flüssigkeit sind, wie z. B. Wassermelonen, Gurken und Suppen können Sie die tägliche Flüssigkeitszufuhr verbessern.

Viele ältere Menschen schränken ihre Trinkmenge auch wegen Problemen mit der Blasenentleerung ein. Doch dieses Verhalten ist riskant: Schneller als vermutet, kann es zu einem Mangel an Flüssigkeit kommen. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt, mit welchen Möglichkeiten sich ihre Blasenfunktion verbessern lässt.
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Ambiente als Appetitanreger

Senioren müssen sehr auf ihre Ernährung achten: Eine Mangelernährung ist bei ihnen folgenreicher und viel schwerer wieder zu beheben als etwa bei Männern und Frauen im mittleren Lebensalter. Gerade Senioren aber mangelt es oft an Appetit. Die Ursachen sind vielfältig:
  • Die Fähigkeit, Geschmack zu empfinden, nimmt ab, weil sich die Geschmacksknospen im Mund zurückbilden.
  • Wenn Senioren schlecht trinken oder bestimmte Medikamente einnehmen wie ACE-Hemmer (Blutdruckmittel), wird der Speichelfluss reduziert. Die Folge: Die Nahrung rutscht nicht mehr so gut.
  • Schlechte Augen, das bedeutet: Der Anblick der Speise animiert nicht mehr so sehr zum Essen.
  • Verzögerte Magenentleerung, die zur vermehrten Bildung von Sättigungshormonen führt.
  • Einsamkeit
  • Kauprobleme.
Ob ein Senior Appetit entwickelt, hängt sicherlich von der angebotenen Speise ab. Ebenso entscheidend ist aber das Drumherum. „Das Allerwichtigste ist eine gute Gesellschaft. Eine fröhliche Tischrunde animiert zum Essen“, sagt Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin. Das bedeutet für Angehörige: sich dazu setzen, mitessen und das geliebte Familienmitglied nicht einfach „abfüttern“.

Die Stimmung spielt eine große Rolle für Appetit und Hunger, haben auch Wissenschaftler der Universität in Montreal 2004 in einer Studie auf einer geriatrischen Rehabilitationsabteilung festgestellt. Eine positive Stimmung, so zeigte sich, lässt sich auch durch eine angenehme Umgebung beim Essen herstellen. Die Wissenschaftler empfehlen unter anderem Musik, hübsches Tischdekor und gute Düfte.

Der aid Infodienst rät beim Tisch- und Tellerdekor zu Farbkontrasten, um auch den Augen Nahrung zu geben. Das Essen sollte auf Porzellantellern, nicht auf Plastik serviert werden. Mikrowellen-Essen oder Essen auf Rädern zum Verzehr in der Kunststoffpackung zu servieren, sollte tabu sein –ebenso wie Plastikbesteck. Aus einem Schnabelbecher trinkt ein Senior am besten nur, wenn er mit einem Glas unter keinen Umständen zurechtkommt. Eher empfehlenswert ist das Trinken mit einem Strohhalm.
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Senioren mögen herzhaftes Essen

Völlig generalisieren lassen sich die kulinarischen Vorlieben von Senioren nicht. Inzwischen gibt es sicherlich viele über 70-Jährige, die auch gern Pastagerichte und Quiche essen. Doch im Grunde steht ihr Sinn nach Hausmannskost „wie bei Muttern“: Eintopf, Kohlroulade, Gulasch, gebratenes Fischfilet. „Alte Menschen essen meistens gern herzhafte traditionelle Speisen“, sagt Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin. Sie empfiehlt außerdem:
  • gedünstetes Gemüse
  • gefülltes Gemüse wie Kohlrouladen
  • Gulasch
  • Knödel oder Klopse
  • kross gebratene Frikadellen
  • Geflügel, vor allem Schenkel
  • gebratenes Fischfilet
  • Heringe
  • Hühnerfrikassee
Auch Süßes ist erlaubt

Für Süß- und Mehlspeisen haben viele Senioren ein Faible. Gegen kleine Schlemmereien ist grundsätzlich nichts einzuwenden, solange sie nicht den gesamten Speiseplan dominieren. Außerdem empfiehlt es sich, süße Speisen mit relativ vielen Nährstoffen auszuwählen. Das bedeutet: Hände weg von Fettgebackenem, Weißbrot mit Butter und Marmelade, Schokoladenkuchen oder Götterspeise mit Vanillesoße.

Vorzuziehen sind:
  • Früchtejoghurt
  • Milchmixgetränke mit Früchten
  • Milchreis mit Apfelmus, Mango
  • Apfelkuchen mit Vanillejoghurt
  • Pflaumenkuchen
  • Käsekirschkuchen
  • Quark mit Beeren
  • Vollkornkekse
  • Vollkornbrot mit Quark und Marmelade
  • Banane
Wer den Appetit von Senioren anregen möchte, sollte außerdem nur kleine Portionen servieren. Große Mengen lassen alte Menschen schnell resignieren. Hinzu kommt, dass sie ein schlechtes Gewissen entwickeln, wenn sie einen Rest auf dem Teller übrig lassen.

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Wenn das Kauen nicht mehr klappt

Einige Senioren können so schlecht kauen und schlucken, dass fast alle Lebensmittel zu hart sind für sie. In diesem Fall ist es hilfreich, die Kost zu pürieren. Allerdings sollte pürierte Kost der letzte Ausweg sein, denn alte Menschen finden – ebenso wie junge – breiige Lebensmittel wenig ansprechend. „Passierte Lebensmittel werden meistens nicht gerne genommen, da man nicht weiß, was dahinter steckt“, sagt Maja Döring, leitende Diätassistentin des Stoffwechsel-Centrums und der Ernährungsmedizin am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin. Es gibt jedoch einige Tricks, mit denen sich auch pürierte Kost ansprechend gestalten lässt. Der aid Infodienst empfiehlt:
  • Lebensmittel einzeln zu pürieren
  • Lebensmittel mit kontrastierenden Farben zu wählen – z.B. Möhren, Kartoffeln, Schnitzel
  • mit Spezialprodukten – etwa Geliermitteln oder Produkten auf Ei-Basis – den Lebensmitteln nach dem Pürieren zu einer fest umrissenen und damit ansprechenderen Form zu verhelfen
  • wenn möglich, weiche Bestandteile wie Gemüse und Kartoffeln vor den Augen des betagten Familienmitglieds mit der Gabel zu zerdrücken und nur das Fleisch zu pürieren.

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Praktisch und oft gut: Essen auf Rädern

Essen auf Rädern ist gerade für gebrechliche Senioren eine gute Lösung: Sie müssen nicht bei Wind und Wetter einkaufen gehen. Es ist garantiert, dass sie jeden Tag eine warme Mahlzeit erhalten. Doch die Entscheidung für einen Anbieter von Essen auf Rädern sollte mit Bedacht fallen: Eine Untersuchung der Stiftung Warentest hat ergeben, dass viele Menüs zu wenig Folsäure, Vitamin D und Ballaststoffe enthalten. Salz dagegen, das nur sparsam verwendet werden sollte, fand sich in zu hoher Menge in den Gerichten. Was aber können Senioren tun, um Essen auf Rädern zu erhalten, das die wichtigen Nährstoffe in ausreichender Menge erhält? Der aid Infodienst empfiehlt, vor der Entscheidung um ein Test-Essen zu bitten. Die Wahl erleichtern können folgende Fragen:
  • Wie ist das Verhältnis zwischen Gemüse, Salat und Fleisch? Wird Gemüse in ausreichender Menge serviert?
  • Ist das Gemüse bissfest oder wässrig und zerkocht?
  • Sehen die Menüs ansprechend aus?
  • Wird regelmäßig Fisch angeboten?
  • Werden die Zutaten und Zusatzstoffe deklariert?
  • Wie lange werden die Menüs warm gehalten? Die Warmhaltung sollte möglichst nur eine halbe Stunde – maximal drei Stunden – dauern.
  • Verwendet der Anbieter für seine Menüs Produkte aus ökologischem Anbau und/oder aus der Region?
  • Zu den Anbietern von Essen auf Rädern gehören vor allem Wohlfahrtsverbände wie die Johanniter, Malteser und der Paritätische Wohlfahrtsverband. Es gibt außerdem private Anbieter, gelegentlich liefern auch Altenheime, die aus ökonomischen Gründen ihre Küchenkapazitäten stärker ausschöpfen wollen.

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Tasse Kaffee mit Keksen
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Bei nachlassendem Durstgefühl müssen Senioren auf ihre Flüssigkeitszufuhr achten.Zur Flüssigkeitsbilanz trägt auch der beliebte Nachmittagskaffee bei.
Lasagne
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Alte Menschen lieben deftiges Essen. Doch auch bei der guten alten Hausmannskost sollten sie darauf achten, dass sie möglichst viele gesunde Elemente enthält.
Krankenhausessen
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Wenn die Selbstversorgung zu schwierig wird, können alte Menschen „Essen auf Rädern“ in Anspruch nehmen. Sie sollten einen Anbieter wählen, der auf hohe Qualität der Lebensmittel Wert legt.